Make your own free website on Tripod.com
Der ELF- und ULF Bereich 3Hz...25 kHz
Der Einfluß von Sferics auf den Organismus

Wolfgang Schippke, DC3MF

Zusammenfassung
Sferics sind extrem kurze elektromagnetische Impulse deren Auslöser in metereologischen Prozessen liegt. Neben Veränderungen im Luftdruck, die vom Menschen wahrgenommen werden, reagiert der Körper auch auf die elektromagnetischen Wellen, deren Maximum unter 24 kHz aufweisen. Man nimmt heute an, das sensible Menschen, die subjektiv wetterfühlig sind, sehr häftig nicht nur auf eine Veränderung des Luftdrucks, sondern auch auf eine Häufung von Sferics-Ereignissen reagieren. Auch, so scheint es, reagieren andere organische Stoffe, wie z.B. Gelatine, auf die extrem kurzen elektromagnetischen Ereignisse. 

Sferics sind elektromagnetische Entladungen, die ihren Ursprung nicht nur in weit entfernten Gewitterzellen,  sondern auch in anderen metereologischen Vorgängen in der Troposphäre haben. Sferics sind dadurch gekennzeichnet, daß sie extrem kurz, meist zwischen 200µS und einigen mS, sind und in einem extrem breiten Spektrum auftreten. Auslöser sind meist Blitze, die in Gewitterzellen auftreten, die mehr als 1000 km vom Empfänger entfernt sind und entlang der Magnetfeldlinien ausgebreitet werden. Blitz-Sferics, die in Mitteleuropa aufgenommen werden, entstehen in Gewitterzentren, die in Südeuropa und Afrika liegen. Ein Sferic weist seine höchste Amplitude im Frequenzbereich unter 10 kHz auf. Andere Sferics entstehen im Vorfeld großer Wetterzentren durch starke Luftmassenbewegungen, die die magnetischen Feldlinien beeinflussen. Diese Sferics weisen ein relatives Maximum um 20 kHz auf, sind meist auf Frequenzen unter 40 kHz begrenzt und sind nur bis zu 200µS breit. Erst seit relativ neuesten Messungen weiß man, daß im Vorfeld von Tornados Sferics durch die enormen Aufwinde entstehen, deren Maximum um 55 MHz liegt. Hier liegt der Auslösungsmechanismus noch weitgehend im Dunklen.

Abbildung 1) Gemittelter Amplitudenverlauf eines Sferics zwischen 40kHz und 30 Hz (Quelle: Prof.Betz, München)
(click into the picture to become more details)


Ebenfalls am Anfang ist die Forschung ob Sferics einen Einfluß auf organisches Leben haben. Es gibt einige ernst zu nehmende Studien der Universität Giessen, die einen solchen Einfluß wahrscheinlich machen. Hierzu wurden Menschen, die von sich selbst behaupten wetterfühlig zu sein, zusammen mit anderen Probanden mit Hilfe von EEG’s untersucht. Hierbei wurde festgestellt, daß gerade bei den Wetterfühligen eine Korrelation zwischen einer Veränderung der Alfa- und Beta-EEG Linie und der Häufung von Sferics beobachtet.

Hierzu schrieb die Almeda AG: „... Sferics: Sie lassen den Frosch klettern Was Körper und Seele dazu veranlasst, auf das Wetter gereizt zu reagieren, das ist Wissenschaftlern noch ein Rätsel. So können Mediziner wohl Reaktionen wie Narben- oder Amputationsschmerzen nachweisen. Auch der Föhn stellt eine Wettersituation dar, bei der es eindeutig zu gesundheitlichen Nachteilen kommt. Was aber diese Phänomene bewirkt, darüber herrscht noch Uneinigkeit.

Relativ neu  am Meteorologenhimmel sind die so genannten Sferics (abgeleitet von "atmospherics"). Das sind kurze elektromagnetische Impulse. Sie entstehen, wenn sich Luftmassen aneinander reiben und es zu elektrischen Entladungen kommt. Das passiert ständig, immer wenn kalte und warme Luft aufeinander treffen. Vor Schlechtwetter- oder Schönwetterfronten und vor Gewittern häufen sich die Sferics. Dann eilen sie mit Lichtgeschwindigkeit dem eigentlichen Wettertreiben voraus und führen bei empfindlichen Personen zu den typischen Symptomen. Kommt es dann tatsächlich zu Regen, Sonnenschein, Blitz oder Donner, sind die Sferics schon lange verschwunden - und damit auch die Beschwerden. Das würde erklären, warum wetterfühlige Personen einen Temperaturwechsel bereits Tage vorher fühlen können und schon wieder beschwerdefrei sind, wenn die Wetterlage dann eintrifft. (Hier irrt der Verfasser. Sferics sind bereits seit 1886 bekannt, wenn gleich erste Entstehungsprozesse erst 1930 vermutet wurden. 1950 erschien in den Proc.I.E.E. ein Artikel der sich sehr genau mit der Entstehung von Sferics auseinandersetzt. Neu ist nur, daß Sferics auch innerhalb von Tornados entstehen. )

Abbildung 2) Zahlreiche Sferics im Frequenzbereich zwischen 1.5 kHz und 17 kHz

Wissenschaftler machen die unsichtbaren Wellen übrigens auch für die gesteigerte Aktivität von Tieren verantwortlich, z. B. die Betriebsamkeit von Bienen vor einem Gewitter. Sie vermuten, dass es Sferics sind, die den Wetterfrosch auf die Leiter steigen lassen. Der direkte Beweis, dass Sferics tatsächlich an Kopfweh, Kreislaufstörungen und Müdigkeit schuld sind, steht noch aus. Bis jetzt konnten Forscher an der Universität Gießen nur zeigen, dass die Gehirnströme wetterfühliger Personen auf den Einfluss von Sferics anders reagieren als die weniger Sensibler  ...“

Besonders die Universität Giessen beschäftigt sich mit der Wechselwirkung zwischen Sferics und dem Menschen. „...Sogenannte Sferics sind extrem schwache (nT-Bereich) und kurz andauernde (ca. 500 µs) elektromagnetische Impulse, die mit Wetteränderungen in Zusammenhang stehen und von etlichen Autoren als mögliche "Mitverursacher" wetterbezogener Beschwerden diskutiert werden. In verschiedenen Teilstudien wurden die Effekte dieser Signale auf den Menschen im Labor untersucht. Die bisherigen Befunde zeigen eine Veränderung des Spontan-EEG i.S. einer Erhöhung der Alpha-Power. Dieses Ergebnis ging insbesondere auf die Reaktion von Probanden zurück, die sich selbst als wetterfühlig bezeichneten. Deren elektrokortikale Aktivität blieb zudem über den Zeitraum der Sfericsexposition hinaus gegenüber der Kontrollbedingung verändert.

In weiteren Studien konnte andererseits gezeigt werden, daß eine 10 Minuten dauernde Applikation von Sferics keinen Einfluß auf einfache Reaktionszeiten von Probanden hat.

Auch traten in einem explizit auf mögliche Befindensänderungen durch Sferics ausgerichteten Experiment keinerlei Effekte auf.

Derzeitige Projekte zielen auf die Eingrenzung der biologisch relevanten Sfericsparameter sowie die Untersuchung möglicher Einflüsse von Sferics auf die Aufmerksamkeit (attentive Performanz und evozierte Potentiale) ....“

Bereits 1954 untersuchte Reiter die Reaktionszeit von Probanden in Korrelation zur Sferic-Aktivität und vermutete einen unmittelbaren Zusammenhang mit Heranziehenden Gewittern. Allerdings muß hier angemerkt werden, daß sich Sferics mit Lichtgeschwindigeit ausbreiten, während Gewitterzellen eine relativ langsame Zuggeschwindigkeit aufweisen. Reiter untersuchte allerdings nicht näher den Zeitraum zwischen den Messungen und den Gewitterereignissen näher. Er kam zu dem Schluß, daß im Vorfeld von Gewittern die Konzentrationsfähigkeit abnimmt, während sie kurz vor dem Gewitter wieder Normalwerte erreicht. In einer späteren Untersuchung stellte er Vergleiche zwischen Tagen mit einer hohen Sferic-Rate und Betriebsunfällen, Herzinfakten und Todesfällen an und zeigte eine gewisse Signifikanz auf, die später weiter Verifiziert wurde.

1984 durchgeführte Reihenuntersuchungen an Elpileptikern zeigte eine Häufung von Anfällen an Tagen mit sehr vielen Sferics.

Bereits vor ca. 15 Jahren gab es Untersuchungen auf den Einfluß von Sferics und der Gerinnung und Ausbildung von Gelatine. Damals konnten die Autoren zeigen, daß besonders 1 bis 2 Tage vor einer Schlechtwetterfront Gerinnungsprobleme auftraten. Paralleluntersuchungen im Bereich um 16, 26 und 52 kHz zeigten, daß es Korrelationen zwischen der Sfericshäufung um 26 und 50 kHz und dem Verhalten von Gelatine gab.

Zahlreiche Wissenschaftler nehmen heute an, daß gerade das Verhalten von Tieren in direkter Korrelation zum Auftreten von Sferics und auch zu sehr niederfrequenten Signalen gibt. In einer Studie der NBC wurde aufgezeigt, daß es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem Verhalten von Fröschen und der Häufung von Sferics (unterhalb von 12 kHz) zu geben scheint. Da besonders Tiere sehr empfänglich für kurze elektromagnetische Impulse im unteren kHz bis hinunter in den Hz Bereich sind, muß hier gemutmaßt werden, daß Organismen Zellen haben, die empfänglich für diese Strahlung sind.

Bereits seit einigen Jahren weiß man, daß gerade im Vorfeld großer Erdbeben elektromagnetische Wellen zwischen 0.4 und 5 Hz entstehen. Man vermutet heute, daß das bereits seit Jahrhunderten dokumentiere Verhalten von Tieren vor Erdbeben unmittelbar damit zusammen hängt und vermutet daß Tiere diese extrem langen Wellen empfangen können und darauf unmittelbar reagieren. Einer Gruppe von Wissenschaftler in Californien ist es gelungen mit tief in die Erde eingelassenen Ferritantennen diese extrem langen elektromagnetischen Wellen nach zu weisen. Darüber hinaus wurde bei diesen Messungen festgestellt, daß etwas zeitversetzt auch Sferics im Frequenzbereich unter 4 kHz verstärkt auftreten. Ob zwischen diesen Sferics und den Erdbebenwellen ein mittelbarer Zusammenhang besteht ist derzeit noch nicht hinreichend geklärt.

Quellen:
1 Bawin / Adey : Sensitivity of calcium binding in cerebral tissue to weak electric fields oscillating at low frequency; Proc. Nat. Acad. Sci. USA, Vol. 73 : S. 1999-2003 (1976)
2 Bernhardt / Matthes (1992) in : SSK 1992
3 BEW Schriftenreihe Studie Nr. 56 : Gesundheitliche Auswirkungen des KW-Senders Schwarzenburg / Schweiz; Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern (1995)
4 Blackman et al : Influence of electromagnetic fields on the efflux of calcium ions from brain tissue in vitro : A three-model analysis consistent with the frequency response up to 510 Hz; Bioelectromagnetics 9 : S. 215 (1988)
5 Blackman : Importance of alignment between local DC magnetic field in responses of brain tissue in vitro and in vivo; Bioelectromagnetics 11 (2) : S. 159-167 (1990)
6 DIN VDE 0848, Entwürfe Teil 1,2,4 : Sicherheit in elektromagnetischen Feldern; Teil 1 (1993); Teil 2 (1991); Teil 4 (1995)
7 Elschenbroich : Magnetfeldreduzierung bei Niederspannungsfreileitungen; Wohnung & Gesundheit 78 : S. 30-32 (1996)
8 Elschenbroich: Biologische Wirkungen von elektromagnetischen Feldern und Wellen, CQ DL, Ausgabe 9/96 und 10/96
9 Fischer : Biotrope Effekte durch luftelektrische Faktoren in umbauten Räumen; Öff. Gesundheitswesen 50 : S. 260-264 (1988)
10 Frey (1988) in : Marino : Modern Bioelectricity ; Marcel Dekker Inc, New York 1988, S. 785 ff
11 Friedman / Becker / Bachman : in Nature 200 : S. 626 (1963)
12 Goodman 1989 : Nach : Boikat : Biologische Wirkung elektromagnetischer niederfrequenter Strahlung; Hearing Elektrosmog, Die Grünen im Landtag Niedersachsen (1993)
13 Käs : Elektromagnetische Verträglichkeit biologischer Systeme; in : Biologische Wirkungen elektromagnetischer Felder und Wellen, Lehrgang an der Technischen Akademie Esslingen (1995)
14 Katalyse e.V. : Elektrosmog. Gesundheitsrisiken, Grenzwerte, Verbraucherschutz; Verlag C.F. Müller GmbH Heidelberg, 3. Auflage (1995)
15 von Klitzing : Athermische biologische Effekte durch gepulste elektromagnetische Felder; Hearing Elektrosmog, Umweltministerium Niedersachsen (1993)
16 König : Biologic Effects of Environmental Electromagnetism; Springer Verlag New-York (1981)
17 König : Unsichtbare Umwelt; Eigenverlag München, 5. Auflage (1986)
18 König / Folkerts : Elektrischer Strom als Umweltfaktor; Pflaum-Verlag München (1992)
19 Kössler : Umweltbiophysik; Akademie-Verlag Berlin (1984)
20 Lerchl : Künstliche schwache Magnetfelder reduzieren die Melatoninsynthese im Pinealorgan: Zelluläre Mechanismen und Implikationen; Kleinheubacher Berichte 35 : S. 291-295 (1992)
21 Löscher et al : The effect of weak alternating magnetic fields on nocturnal melatonin production and the development of mammary tumors induced by 7,12-dimethylbenz(a)anthracene in rats; Brit. J. Cancer, in press (1993)
22 Löscher / Mevissen / Lehmacher / Stamm : Tumor promotion in a breast cancer model by exposure to a weak alternating magnetic field; Cancer letters 71: S. 75-81 (1993)
23 Maes : Streß durch Strom und Strahlung; Institut für Baubiologie und Oekologie Neubeuern, 2. Auflage (1995)
24 Moore-Ede / Campbell / Reiter : Electromatic fields and Circadian Rhythmicity; Birkhäuser Boston (1992)
25 Neitzke et al : Risiko Elektrosmog? Auswirkungen elektromagnetischer Felder auf Gesundheit und Umwelt; Birkhäuser Verlag Basel (1994)
26 NRCP : US-Komitee fordert deutliche Reduzierung der zulässigen Belastungen durch EMF; Elektrosmog-Report 1 (8), S. 5-7 (1995)
27 NRCP-Report 1986 (Bericht des US-amerikanischen Rates für Strahlenschutz)
28 Persinger : ELF and VLF Electromagnetic fields effects; Plenum Press, New York (1974)
29 Presman : Electromagnetic fields and life; Plenum Press, New York (1970)
30 Reiser : Studie zur Untersuchung von Einflüssen elektromagnetischer Felder auf das menschliche EEG - Vergleichsmessung zwischen einem D-Netz-Telefon und dem Therapiegerät "MEGA-WAVE 150/1", in : Elektromagnetische Verträglichkeit, 5. Internationale Fachmesse und Kongreß vom 20. bis 22. Februar 1996, S. 949-956, VDE-Verlag (1996)
31 Reiter : Umwelteinflüsse auf die Reaktionszeit des gesunden Menschen; Münchner Medizinische Wochenzeitschrift, 96, Nr. 17, S. 479-481, Nr. 18, S. 526-529 (1954)
32 Ruhenstroth-Bauer : Die Beziehung zwischen der Schlafrichtung des Menschen und der REM-Latenzzeit; Fortschr. Med. 105, Nr. 32 : S. 66 (1987)
33 Ruhenstroth-Bauer et al : Epilepsy and Weather : A sigificant correlation between the onset of epileptic seizures and specific atmospherics - a pilot study; Int. J. Biometeor., Vol. 28, Nr. 4, S. 333-340 (1984)
34 Savitz : Overview of epidemiologic research on electric and magnetic fields and cancer; American Industrial Hygiene Association Journal, Vol. 54, S. 197-204 (1993)
35 Semm / Schneider / Vollrath : Effects of an Earth-strength magnetic field on electrical activity of pineal cells; Nature Vol. 288, Nr. 5791, S. 607-608 (1980)
36 SSK (1992) : Empfehlung der Strahlenschutzkommission vom 4.2.1992; veröffentlicht im Bundesanzeiger vom 3.2.1992
37 Varga (1972) in : Kössler (1984)
38 Varga (1992) in : Funkschau 22/1992, S. 24
39 Varga : Elektrosmog; Eigenverlag, Heidelberg 1995
40 Wever : The effects of electric fields on circadian rhythmicity in men; Life sciences and space research 8 : S. 177-187 (1970)
41 Wickenhäuser (DK1OP) : EMVU - Athermische Wirkungen; VHF-UHF-SHF 1996, 11. Vortragstagung für Funkamateure, München 9.-10. März 1996
42 Wilson / Chess / Anderson : 60 Hz electric field effects on pineal melatonin rhythms; Bioelectromagnetics 7, S. 239-242 (1986)
43 Wilson / Stevens / Anderson : Extremely low electromagnetic fields: The question of cancer; Batelle Press, Columbus, Ohio (1990)